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So funktioniert die Vermittlung

Der coderis-Vermittler bringt Bestellung und Fahrdienst zusammen – über eine verabredete, gemeinsame Sprache: Alle Beteiligten – Klinik, Vermittler und Fahrdienst – meinen damit garantiert dieselbe Fahrt. Diese Seite erklärt ohne Fachjargon, wie aus einer Bestellung eine Fahrt wird, wie die Plattform den passenden Betreiber findet und wer wann welche Daten zu sehen bekommt.

Die Idee in einem Bild

Aus der Telefonkette wird eine Ausschreibung

Eine Fahrt zu bestellen heißt heute meistens: telefonieren, bis jemand Ja sagt. Die Schnittstelle dreht das um – die Anfrage geht einmal raus und erreicht alle, die sie tatsächlich fahren können.

Ohne Schnittstelle

  • Fahrdienst anrufen, besetzt, nächsten anrufen
  • Bei jedem Anruf dieselben Angaben neu durchgeben
  • Zusage auf einem Zettel, Rückruf bei Änderungen
  • Wo das Fahrzeug bleibt, weiß nur, wer nachfragt
  • Ob der Fahrdienst den Bedarf wirklich abdeckt, zeigt sich vor Ort

Mit Schnittstelle

  • Die Fahrt wird einmal erfasst – strukturiert, nicht als Freitext
  • Alle geeigneten Betreiber sehen dieselbe Anfrage gleichzeitig
  • Wer zusagt, bekommt den Zuschlag; die übrigen Angebote erlöschen
  • Jeder Statuswechsel meldet sich von selbst zurück
  • Wer den Bedarf nicht abdeckt, wird gar nicht erst gefragt

Der Vermittler disponiert dabei nicht. Er sorgt dafür, dass die richtige Anfrage bei den richtigen Betreibern landet – welches Fahrzeug am Ende fährt, entscheidet der Betreiber in seiner eigenen Disposition.

Die fünf Bausteine

Was man über die Schnittstelle überhaupt sagen kann

Die gesamte Schnittstelle besteht aus fünf Themen. Wer eine Software anbindet, braucht selten alle fünf – ein Bestellsystem kommt meist mit den ersten drei aus, eine Fahrdienst-Disposition mit den letzten beiden. Der allgemeine Personentransport durchläuft dieselben Themen als eigene Auftragsfamilie mit eigenen, zur Fahrtfamilie passenden Feldern.

Stammdaten

Gemeinsame Listen

Damit alle Beteiligten dasselbe meinen, kommen die verbindlichen Auswahllisten von der Plattform – etwa der Katalog der Infektionsangaben. Kein Abtippen, keine hausgemachten Kürzel.

Bestellungen

Die Fahrt anlegen und verfolgen

Hin- und Rückfahrt gehören zu einer Bestellung, sind aber getrennt disponierbar. Zeiten und Kostenträgerangaben lassen sich nachziehen, stornieren geht, solange die Fahrt nicht abgeschlossen ist.

Verfügbarkeit

Vorher unverbindlich fragen

„Ginge morgen 9 Uhr überhaupt?“ – eine kurze Momentaufnahme über alle geeigneten Betreiber, ohne dass eine Bestellung entsteht. Es wird nichts reserviert; die Verfügbarkeit wird bei der echten Bestellung erneut geprüft.

Vermittlung

Angebote entscheiden

Die Betreiberseite: offene Angebote abrufen, annehmen oder ablehnen – und beim Ablehnen gleich sagen, wann es stattdessen ginge. Erst der Gewinner sieht die vollständigen Fahrtdaten.

Ereignisse

Status in beide Richtungen

Der Betreiber meldet, was passiert – Fahrzeug unterwegs, angekommen, Fahrt beendet. Die Plattform reicht das signiert an den Besteller weiter, ohne dass jemand nachfragen muss.

Eine Fahrt von vorn bis hinten

Was zwischen Bestellung und Ankunft passiert

Ein Pflegeheim braucht für Herrn M. eine Fahrt zur Dialyse: sitzend, im eigenen Rollstuhl, zulasten der Krankenkasse. So läuft das durch die Plattform – darunter jeweils der Name, unter dem die Meldung technisch ankommt.

  1. Die Bestellung geht ein

    Das Heim erfasst Abhol- und Zielort, Zeitfenster, Bedarf und Kostenträger. Die Plattform prüft die Angaben sofort auf Vollständigkeit und Plausibilität – unvollständige Bestellungen fallen hier auf, nicht erst am Bordstein.

    booking.requested

  2. Die Plattform sucht passende Betreiber

    Jetzt greifen die Vermittlungsregeln und der Fähigkeiten-Abgleich (siehe unten). Ergebnis ist eine geordnete Kandidatenliste – wer gefragt wird, in welcher Reihenfolge, und mit welcher Entscheidungsfrist.

    booking.dispatching

  3. Das Angebot liegt bei den Betreibern

    In der Disposition der Fahrdienste erscheint die Anfrage – ohne Personendaten, mit einer festen Frist. Wer nicht kann, lehnt ab und schlägt bei Bedarf andere Zeiten vor.

    proposal.offered

  4. Ein Betreiber sagt zu

    Die erste gültige Zusage gewinnt. Alle anderen offenen Angebote für diese Fahrt erlöschen im selben Moment – niemand disponiert versehentlich gegen einen bereits vergebenen Auftrag. Erst jetzt bekommt der Gewinner die vollständigen Fahrtdaten.

    booking.confirmed · proposal.withdrawn

  5. Das Fahrzeug steht fest

    Der Betreiber ordnet in seiner eigenen Disposition ein Fahrzeug zu und meldet das zurück. Welches Fahrzeug das ist, entscheidet ausschließlich er.

    booking.assigned

  6. Unterwegs

    Losgefahren, vor Ort, Fahrt begonnen, Fahrt beendet – jede Station meldet sich beim Besteller. Verschiebt sich die Ankunft, kommt eine aktualisierte Zeit hinterher, statt dass jemand anruft.

    vehicle.enroute · vehicle.arrived · trip.started · trip.completed

Und wenn es anders läuft?

Auch die unangenehmen Fälle haben einen definierten Weg: Wenn alle Betreiber zum Wunschtermin ablehnen, aber Alternativen vorschlagen, bekommt der Besteller diese gebündelt zur Auswahl (booking.time_alternatives_available). Findet sich niemand, sagt die Plattform das ausdrücklich und mit Grund (booking.not_served) – etwa „kein geeigneter Betreiber“, „alle abgelehnt“ oder „Frist abgelaufen“. Ein stiller Nicht-Zustand, in dem eine Bestellung einfach liegen bleibt, existiert nicht.

Der Dispatcher

Wie die Plattform den passenden Betreiber findet

Das ist das Herzstück – und bewusst keine Blackbox. Die Auswahl läuft in zwei Etappen: Erst legen die Regeln fest, wer überhaupt gefragt wird und in welcher Reihenfolge. Dann prüft die Plattform Betreiber für Betreiber, wer die Fahrt tatsächlich leisten kann.

Etappe 1: Die Regeln

Eine Region wird über Regeln abgebildet, die der Reihe nach abgearbeitet werden. Jede Regel beschreibt, worauf sie zutrifft – etwa Abhol- oder Zielpostleitzahl (auch als Bereich, 40* für ganz Düsseldorf), Transportklasse, Beförderungsart, bestimmte Bedarfe, ein bestimmter Besteller, Wochentage oder Uhrzeiten. Und sie beschreibt, was dann passieren soll: welche Betreiber gefragt werden, in welcher Reihenfolge, mit welcher Frist.

So lassen sich gewachsene Absprachen abbilden, statt sie wegzustandardisieren: „Dialysefahrten am Wochenende zuerst an den örtlichen Fahrdienst, danach an den Rest“ ist eine Regel, keine Sonderentwicklung.

Etappe 2: Der Fähigkeiten-Abgleich

Jeder Betreiber hinterlegt, was er kann – als Fahrzeugprofile mit Transportklassen, Beförderungsarten, abgedeckten Bedarfen, Kostenträgern und Einsatzgebieten. Bevor ein Angebot überhaupt entsteht, hält die Plattform die Fahrt gegen diese Profile. Sechs Fragen, und bei jeder kann jemand ausscheiden:

  1. Ist der Betreiber aktiv und angebunden?

    Ohne aktive Anbindung gibt es niemanden, der das Angebot entgegennehmen könnte.

  2. Passt die Transportklasse?

    Ein qualifizierter Krankentransport (QUALIFIED_KTW) verlangt ein Profil, das genau das führt. Eine einfache Krankenfahrt (UNQUALIFIED_KRANKENFAHRT) ist etwas anderes – einen stillen Fallback in die jeweils andere Klasse gibt es nicht.

  3. Passt die Beförderungsart?

    Gefordert ist Taxi, Mietwagen oder KTW. Wer „Taxi oder Mietwagen“ (TAXI_OR_HIRE_CAR) anbietet, deckt damit auch die konkrete Taxi- oder Mietwagenanfrage ab. Für KTW gilt das nicht: Den kann nur, wer ihn ausdrücklich führt.

  4. Sind alle Bedarfe abgedeckt?

    Liegend, Tragestuhl, eigener Rollstuhl, Begleitperson, Einstiegshilfe – jeder Bedarf ist ein eigenes Muss-Kriterium.

    Wichtig: Ein einzelnes Fahrzeugprofil muss alle Bedarfe gleichzeitig abdecken. Zwei Profile, die sich die Anforderungen aufteilen, zählen nicht – es fährt schließlich auch nur ein Fahrzeug.

  5. Passt die Abrechnung?

    Der Betreiber muss den Kostenträger der Fahrt bedienen – gesetzliche Kasse, privat, Selbstzahler oder sonstiger Träger. Rechnet er direkt mit dem Kostenträger ab, kommt mehr dazu: das passende Institutionskennzeichen, das regionale Abrechnungsprofil in genau der geforderten Fassung und der vereinbarte Weg, auf dem die Versichertendaten zustande kommen.

  6. Stimmt das Einsatzgebiet?

    Die Abholung – und je nach Regel auch das Ziel – muss in einem hinterlegten Postleitzahlgebiet des Betreibers liegen.

Wer alle sechs Fragen besteht, wird Kandidat. Alle anderen scheiden mit einer festgehaltenen Begründung aus – und genau das macht den Unterschied zu einer Blackbox: Zu jeder Fahrt lässt sich nachlesen, welche Regel gegriffen hat, wer Kandidat war und woran es bei den übrigen gescheitert ist.

Für den allgemeinen Personentransport gilt derselbe Mechanismus mit einem eigenen Fragenkatalog gleicher Härte: Statt Transportklasse und Kostenträger zählen dort Taxi-/Mietwagen-Profil, Sitz- und Rollstuhlplätze, Kindersitze, Gepäck, Servicebedarfe und der Zahlweg – und auch dort muss ein einzelner Betreiber alles gleichzeitig abdecken.

Etappe 3: Wie gefragt wird

Alle gleichzeitig

  • BROADCAST: Alle Kandidaten bekommen dasselbe Angebot zur selben Zeit. Schnellster Weg zur Zusage – gut für kurzfristige Fahrten.
  • Die erste gültige Zusage gewinnt, der Rest erlischt automatisch.

Nacheinander

  • SEQUENTIAL: Ein Betreiber nach dem anderen, jeder mit eigener Frist. Bildet Vorrang ab, ohne jemanden dauerhaft auszuschließen.
  • Lässt jemand die Frist verstreichen, rückt der nächste nach.

Wenn keine Regel greift

  • Standard ist: alle aktiven, geeigneten Betreiber werden gefragt. Eine Fahrt fällt nicht durchs Raster, nur weil eine Regel fehlt.
  • Alternativ lässt sich einstellen, dass ohne passende Regel ausdrücklich „nicht vermittelbar“ zurückgemeldet wird.

Datenschutz im Ablauf

Wer wann was zu sehen bekommt

Für die Frage „kann ich das fahren?“ braucht niemand den Namen des Patienten. Deshalb ist die Ausschreibung datensparsam – die Personendaten folgen erst dem Zuschlag.

Vor dem Zuschlag sieht jeder gefragte Betreiber

  • Region statt Adresse: Land, Postleitzahlbereich, Ort
  • Zeitfenster der Abholung und gewünschte Ankunft
  • Transportklasse, Beförderungsart, Fahrtzweck
  • Alle Bedarfe, Position und Sauerstoffbedarf
  • Infektionsstatus, sofern relevant
  • Kostenträger-Konstellation und Abrechnungsweg
  • Grobe Entfernung und Anfahrt, Frist für die Entscheidung

Erst der Gewinner bekommt zusätzlich

  • Name und Kontaktdaten des Patienten
  • Vollständige Abhol- und Zieladresse mit Zugangshinweisen
  • Versicherten- und Verordnungsdaten, soweit vereinbart
  • Ansprechpartner beim Besteller für Rückfragen

Wer nicht gewinnt, behält nichts als die Information, dass die Anfrage erledigt ist.

Wenn der Wunschtermin nicht geht

Ablehnen, ohne das Gespräch zu beenden

Ein „geht nicht“ ist selten die ganze Wahrheit – meistens heißt es „nicht um 9, aber um 11“. Genau dafür gibt es den strukturierten Gegenvorschlag.

Der Betreiber schlägt vor

  • Bis zu drei alternative Abholfenster, jedes davon nach dem ursprünglich angefragten Zeitraum.
  • Kein reservierter Platz, keine Bindung – es ist ein Vorschlag, kein Versprechen.

Der Besteller entscheidet

  • Die Vorschläge aller Betreiber laufen beim Besteller zusammen; er wählt aus oder lässt es.
  • Nach der Auswahl fragt die Plattform genau einmal erneut an – der Betreiber bestätigt den Zeitpunkt in dieser Runde noch einmal verbindlich.

Klare Absagegründe

  • Keine Kapazität, außerhalb des Gebiets, Ausstattung passt nicht, Zeit passt nicht, technische Störung.
  • Damit wird aus Absagen auswertbare Information statt eines Rauschens.

Betriebssicherheit

Die vier Dinge, die im Alltag den Unterschied machen

Das sind die unspektakulären Eigenschaften, die man erst vermisst, wenn sie fehlen – hier ohne Fachjargon.

Keine doppelten Fahrten

Jede Bestellung trägt ein eindeutiges Kennzeichen. Wird sie nach einem Verbindungsabbruch erneut gesendet, erkennt die Plattform sie wieder und legt keine zweite Fahrt an – der Klassiker, aus dem sonst zwei Fahrzeuge vor derselben Tür stehen.

Niemand überschreibt jemanden

Wer eine Fahrt ändert, sagt dabei, auf welchen Stand er sich bezieht. Hat inzwischen jemand anderes etwas geändert, wird die Änderung abgelehnt statt still überschrieben.

Nachrichten, die nachweisbar von uns kommen

Jede Statusmeldung an ein Bestellsystem ist signiert und mit Zeitstempel versehen. Das empfangende System kann prüfen, dass die Meldung echt ist und nicht nachträglich verändert oder erneut eingespielt wurde.

Eine Spur durch alle Systeme

Jeder Vorgang trägt dieselbe Kennung vom Bestellsystem über die Plattform bis in die Disposition. Wenn etwas hakt, muss niemand raten, welche Fahrt gemeint war.

Und was passiert, wenn wir die Schnittstelle erweitern?

Angebundene Systeme dürfen unbekannte Zusatzangaben in Antworten schlicht ignorieren. Neue Felder kommen also, ohne dass eine bestehende Anbindung dadurch stehen bleibt – Pflichtangaben in eine Richtung werden dagegen nie stillschweigend verschärft. Wer heute anbindet, muss nicht bei jedem Release nachziehen.

Nächster Schritt

Was das für Sie bedeutet

Sie bestellen Transporte

  • Ihr Krankenhaus- oder Heimsystem legt Fahrten direkt an – ohne Doppelerfassung, ohne Telefonkette.
  • Der Status kommt zu Ihnen, nicht Sie zum Telefon.

Sie betreiben Fahrzeuge

  • Sie bekommen nur Anfragen, die zu Ihren Fahrzeugen und Ihrem Gebiet passen.
  • Ihre Disposition bleibt Ihre Disposition – die Plattform greift nicht hinein.

Sie bauen die Software

  • Ein Vertrag für Krankenfahrt, qualifizierten Krankentransport und Personentransport, öffentlich einsehbar und maschinenlesbar.
  • Beispiele, Fehlerkatalog und Datenschutzklasse je Feld stehen in der Referenz.
Demo vereinbaren Für Entwickler: zur Schnittstelle

Technische Details, Felder und die vollständige Referenz finden Sie im Schnittstellen-Bereich.